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Chronologie

Die Zerstörung

Im Sommer 2022 setzten nie dagewesene Extremregenfälle ein Drittel Pakistans für Monate fast vollständig unter Wasser. Mindestens 1700 Menschen kamen ums Leben. 33 Millionen Menschen wurden obdachlos und durch die Verseuchung von Grundwasser und Böden ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Häuser, Straßen und Schulen wurden zerstört. In der landwirtschaftlich geprägten Provinz Sindh ruinierten die Wassermassen die Ernten von mehr als einem Jahr. Vieh, das nicht in den Fluten starb, verendete vielfach durch den anschließenden Mangel an Nahrung und sauberem Trinkwasser. Die unmittelbaren Schäden belaufen sich auf mindestens 30 Milliarden US-Dollar. 

Mehr über die Flut in Pakistan

Pakistan: "Ground Zero" der ökologischen Katastrophe

Mustafa Zaor von der medico-Partnerorganisation HANDS spricht im Interview über Regierungsverantwortung und      -ohnmacht, über Hilfe und Reparationen.

zum Artikel im medico-Blog.

Pakistan – ein Land verschwindet

Die Klimakatastrophe hat Pakistan unter Wasser gesetzt. Die Welt hat weggeschaut. Wie geht das? Eine Spurensuche von Aufmerksamkeitsökonomien und Verdrängung, dem Kampf um Sichtbarkeit und der Forderung nach Reparationen.

zur Folge 9 des medico-Podcasts “Global Trouble”

Nothilfe, Wiederaufbau und medico-Reise in die betroffenen Gebiete

Direkt nach der Flut leisten medico international, NTUF und HANDS Nothilfe in den betroffenen Gebieten. Im Herbst findet die erste medico-Reise nach Pakistan statt. Noch immer sind große Teile der Provinz Sindh überschwemmt.

Solidarität mit der Letzten Generation

Noch während das Wasser in Pakistan auf den Feldern steht, wird das §129 Ermittlungsverfahren gegen die Klimaaktivist:innen von der Letzten Generation eröffnet. In Pakistan gibt es spontane Solidaritätsbekundungen.

RWE ist verantwortlich

Die Klage des peruanischen Bauerns Lliuya vor dem Oberlandesgericht Hamm hat Reechtsgeschichte geschrieben: das Gericht erkennt die Verantwortung des Unternehmens für die Klimakrise an.

zum Artikel im medico-Blog

Klimaschutz ist Menschenrecht

Ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs bestätigt die Verantwortlichkeit von Staaten für die Klimakrise. Diese sind für intaktes Klima völkerrechtlich verantwortlich.

zum Artikel im medico-Blog

Die Klimagerechtigkeits- komitees

Seit Monaten treffen sich Frauen und Männer aus den Dörfern der Region Sindh in Klimagerechtigkeitskomitees. Sie bilden sich weiter und geben ihr Wissen über die Ursachen der beobachteten Wetterphänomene an ihre Nachbar:innen und Verwandten weiter. Gleichzeitig tun sie lokal ihr Möglichstes, um Anpassungsstrategien zu verbreiten: Wissen um hitzeresilientes Saatgut, die Produktion organischen Düngers, das Bewirtschaften versalzenen Bodens, den Bau flutresistenter Häuser. Gemeinsam erarbeiten sie sich solidarische Lösungen gegen die Katastrophe.

Klimagerechtigkeit verlangt mehr als gesenkte Emissionen

Klimagerechtigkeit bedeutet weit mehr als nur die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Es braucht einen integrativen Menschenrechtsansatz für Klimagerechtigkeit, der sich auch den Ursachen der Klimakrise widmet.

zum Positionspapier des ECCHR 

Extremwetter als Normalzustand

Pakistan: Überflutete Dörfer, ausgetrocknete Böden, Menschen auf der Flucht – die Klimakrise ist omnipräsent und doch droht diese in der Flut weltweiter Kriegs- und Krisenberichterstattung unterzugehen.

zum Bätter-Artikel von Karin Zennig

Heat and Garment Workers' Rights: Fashioning a Just Transition

Pakistan gehört zu den Ländern, die am stärksten von Kleidungsexporten abhängig und dabei besonders stark von Hitze betroffen sind. Regierungen, Zulieferer und Hersteller müssen Maßnahmen ergreifen, um Arbeiter:innen in der Textilindustrie nicht weiterhin gefährlichen Temperaturen, finanzieller Unsicherheit und einer ungewissen Zukunft auszusetzen.

Zum Bericht der Clean Clothes Campaign

Forderungserhebung nach Schadensersatz

Dutzende Bäuer*innen aus der pakistanischen Region Sindh machen gegenüber RWE und Heidelberg Materials Anspruchsforderungen auf Schadenersatz geltend, nachdem Überschwemmungen im Jahr 2022 zu einer Klimakatastrophe führten.

zur Pressemitteilung

zur Aufzeichnung der Pressekonferenz

Pakistanische Delegation reist nach Deutschland

Vertreter:innen der am meisten betroffenen Gemeinden in Sindh reisen nach Deutschland. Bei Veranstaltungen in Köln, Berlin, dem Wendland und in Hamburg ämachen sie ihre Realität in Pakistan und die Forderungen nach Schadensersatz sichtbar und vernetzen sich mit lokalen landwirtschaftlichen Kooperativen und Klimagruppen.

Forderungen bei der COP 30 und der Cúpula dos Povos

Auf der 30. Weltklimakonferenz stellen medico international und ECCHR die Forderungen der pakistanischen Bäuer:innen vor. Auch auf der gleichzeitig stattfindenden Cúpula dos Povos betonen sie als Teil der kritischen globalen Zivilgesellschaft die Notwendigkeit von Klimagerechtigkeit und Reparationen.

Pressekonferenz von NTUF und HANDS

Auf der Pressekonferenz der pakistanischen Basisorganisation HANDS und der Gewerkschaft NTUF stellen die Bäuer:innen ihre Forderungen vor. Das sorgt vor allem in arabischen und englischsprachigen Medien für großen Widerhall.

Climate March in Karachi

Die pakistanischen Bäuer:innen beteiligen sich an dem von der Gewerkschaft NTUF organisierten Climate March 2025 in Karachi. Auf der Demonstration werden unter anderem der Ausstieg aus den fossilen Energien, Reparationszahlungen des globalen Nordens und ein Schuldenerlass gefordert.

Klage eingereicht: 39 Bäuer*innen aus Pakistan verklagen RWE und Heidelberg Materials

39 Bäuer*innen aus der pakistanischen Provinz Sindh reichen beim Landgericht Heidelberg Klage gegen zwei der größten deutschen CO2-Großemittenten, RWE und Heidelberg Materials, ein. Sie fordern eine anteilige Entschädigung für die massiven Schäden, die sie durch die verheerenden Überschwemmungen in Pakistan im Jahr 2022 erlitten haben. Zuvor hatten sich RWE und Heidelberg Materials die Forderungen und jedwede Verantwortungsübernahme schriftlich abgelehnt.

zur Pressemitteilung

Versammlung der Bauern und Bäuerinnen in Karachi

Über 300 pakistanische Landwirt:innen fordern bei der „Farmers’ Assembly for Climate Justice“ in Karachi die nationale Politik und die internationale Gemeinschaft dazu auf, klimabedingte Verluste und Schäden anzuerkennen und Carbon Majors in die Verantwortung zu nehmen. Die Organisierung geht weiter.

zum Bericht von HANDS

Protest gegen Zementhersteller Heidelberg Materials

Bei den Protesten von Endcement gegen Heidelberg Materials stellt medico auf einem Panel mit Aktivist:innen aus Indonesien und der Westsahara die Klage der Bäuer:innen aus Pakistan vor.

Protest & Forderungen an RWE

medico international beteiligt sich an dem Protest anlässlich der Hauptversammlung von RWE und beantragt gemeinsam mit dem ECCHR über den Dachverband der Kritischen Aktionäre, dass RWE seine Rückstellungen für die Kompensation von Schäden der klimakrisen-induzierten Katastrophe 2022 in Pakistan verwenden soll.

zu den Gegenanträgen des Dachverbands

zur Pressemitteilung

Forderungen an Heidelberg Materials

Das ECCHR und medico international beantragen über den Dachverband der Kritischen Aktionäre, dass Heidelberg Materials seine Rückstellungen für die Kompensation von Schäden der klimakrisen-induzierten Katastrophe 2022 in Pakistan verwenden soll.

zu den Gegenanträgen des Dachverbands

zur Pressemitteilung

Fragen zum Fall

Es geht in dem Fall um Gerechtigkeit für die 39 Bäuer:innen. Sie verlangen finanzielle Entschädigung für die konkreten Schäden, die sie erlitten haben. Die Verwüstungen infolge der Überschwemmungen in Pakistan 2022 sind ein dramatisches Beispiel für das Ausmaß, das klimabedingte Schäden für die Einzelnen und die Gesellschaft darstellen. Die Schadenersatzforderung der Bäuer:innen aus Pakistan macht die Perspektive der am meisten von der Klimakrise betroffenen Menschen sichtbar und bringt ihren Kampf für Gerechtigkeit nach Deutschland, zu den Verursachern.

Sie fordern eine Anerkennung und Kompensation ihrer klimabedingten Verluste und die rechtliche Feststellung der Verantwortlichkeit von RWE und Heidelberg Materials für die Schäden. Sie bringen eine weitere, wichtige Perspektive in die weltweiten Bemühungen um Klimagerechtigkeit. Große Emittenten müssen Verantwortung übernehmen für die Folgen der von ihnen verursachten Schäden im Zuge der Klimakrise.

Die Forderung richtet sich gegen RWE, einen der größten Stromerzeuger Europas, und Heidelberg Materials, einen der größten Zementhersteller weltweit.

Der Begriff „Carbon Majors” bezieht sich auf Unternehmen, die erheblich zur Klimakrise beigetragen haben. Der Begriff wurde durch Studien des Climate Accountability Institute geprägt, die ergaben, dass etwas mehr als 100 Unternehmen für fast 70 Prozent der weltweiten historischen industriellen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. RWE und Heidelberg Materials sind zwei davon. Als Carbon Majors sind sie für einen erheblichen Anteil der weltweiten industriellen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Historisch betrachtet zählen beide Unternehmen zu den weltweit größten CO₂-Emittenten und Umweltverschmutzern mit Hauptsitz und bedeutenden Geschäftstätigkeit in Deutschland. Die neuesten Studien, die die Carbon-Majors-Methodik verwenden, zeigen, dass RWE für mindestens 0,68 Prozent und Heidelberg Materials für 0,12 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen seit 1965 verantwortlich ist.

Bislang konnten sich große Unternehmen, die erhebliche Emissionen verursachen, einer echten Rechenschaftspflicht entziehen. Die einzige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass diejenigen, die maßgeblich zur Krise beigetragen haben, ihren gerechten Anteil an den Kosten tragen, anstatt diese vollständig den betroffenen Gemeinden aufzubürden, ist, sie vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen.

Die grundsätzliche Möglichkeit der Haftung von Unternehmen für klimabedingte Schäden im Ausland hatte im Mai 2025 bereits der peruanische Bergbauer Luciano Lluiya im Verfahren vor dem Oberlandesgericht Hamm erstritten (alle Unterlagen hier: Bahnbrechendes Urteil in der Klimaklage gegen RWE | Germanwatch e.V.). Nun fordern Bäuer:innen aus Pakistan erstmalig Schadensersatz ein.

Alle betroffenen Bäuer:innen stammen aus der Provinz Sindh, der Region im Süden Pakistans, die am stärksten von den beispiellosen Überschwemmungen des Jahres 2022 betroffen war. Sie leben in drei verschiedenen Bezirken: Jacobabad, Dadu und Larkana. Sie leben von den Ernten, die sie auf ihren kleinen Parzellen erwirtschaften und kämpfen um ihre Unabhängigkeit von Großgrundbesitzern und Landwirtschaftskonzernen. Seit Jahren sind sie Wetterveränderungen und der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch den Klimawandel ausgesetzt.

Die 39 Bäuer:innen, die Schadenersatz von RWE und Heidelberg Materials fordern, werden von 10.000 Bäuer:innen aus ihren Dorfgemeinschaften unterstützt. Ihr Kampf für Klimagerechtigkeit verdeutlicht die Situation von 33 Millionen von der Flutkatastrophe 2022 Betroffenen in Pakistan sowie vieler weiteren Gemeinschaften, die weltweit jetzt schon von der Klimakrise betroffen sind.

Nicht nur die 39 Bäuer:innen in Pakistan fordern, dass RWE und Heidelberg Materials Verantwortung für ihren Anteil am entstandenen Schaden übernehmen. Über 10.000 Menschen in ihren Dörfern stehen hinter ihnen. Vor Ort werden sie von der sozialmedizinischen Hilfsorganisation HANDS Welfare Foundation und dem Gewerkschaftsverband NTUF unterstützt. Die National Trade Union Federation (NTUF) stärkt Bäuer:innen in Konflikten um Land- und Arbeitsrechte. HANDS Welfare Foundation arbeitet in den Gemeinden im ländlichen Sindh an der Umstellung auf klimaangepasste Landwirtschaft und unterstützt dörfliche Selbstorganisierung.

Seit Jahrzehnten arbeiten beide Organisationen, unterstützt von medico international, an der Verbesserung von Arbeits- und Lebensverhältnissen in Pakistan. In ihrem Streben nach Gerechtigkeit stehen medico international und die Menschenrechtsorganisation ECCHR fest an ihrer Seite.

Die Schadensersatzforderungen der 39 Bäuer:innen gegen RWE und Heidelberg Materials sind auch im Kontext der Auseinandersetzungen um Klimagerechtigkeit in Pakistan zu sehen. Menschen in Pakistan kämpfen auf unterschiedliche Weise für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen. Sie verbinden das juristische Vorgehen mit politischen Forderungen nach Unterstützung des Wiederaufbaus, Fragen von Ernährungssouveränität und Schuldenerlass.

Die Bäuer:innen sind direkt betroffen von der Veränderung ihrer Lebensverhältnisse und der schleichenden Verunmöglichung von Leben in ihrer Region. Wenn es für sie keine Gerechtigkeit gibt, werden auch ihre Zukunftsperspektiven immer schlechter.

Gleichzeitig wissen sie darum, dass auch ihre Dörfer nur einige von vielen weltweit sind, die ähnlichen Verheerungen im Kontext der Klimakrise ausgesetzt sind: Viele Menschen in Pakistan und weltweit sind bereits jetzt von den Auswirkungen des auf der Ausbeutung fossiler Energien basierenden zerstörerischen Wirtschaftsmodells und der Klimakrise in ihrer Existenz und ihren Menschenrechten bedroht.

Alle Menschen haben dasselbe Recht auf ein Leben in Selbstbestimmung und Würde und auf eine Umwelt, die ihnen das ermöglicht. Die Auswirkungen der Klimakrise zerstören die Voraussetzungen dafür. Dabei ist die Last von Klimakrisenschäden weltweit alles andere als gleich verteilt: Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind oft am stärksten von seinen Auswirkungen betroffen. Hauptverursachende und Profiteure der globalen Erwärmung – wie emissionsstarke Unternehmen und Staaten – sind oft weniger betroffen und verfügen über weitreichendere Möglichkeiten und Mittel sich vor Katastrophen zu schützen.

Die Klimakrise aber ist kein Naturereignis, sie hat Verursacher und Profiteure, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Das Verursacherprinzip ernst zu nehmen heißt, dass sie es sind, die eine besonders große Verantwortung für rasche und erhebliche Emissionsreduktionen sowie für die Folgen der Klimakrise zu tragen haben. Das meint materielle wie immaterielle Schäden oder klimabedingte Menschenrechtsverletzungen. Klimagerechtigkeit bedeutet auch, dass sich die Strukturen, die Ungerechtigkeit hervorbringen, nicht weiter fortsetzen.

Die Klima Kosten Klage ist Teil einer wachsenden weltweiten Bewegung für Klimagerechtigkeit. So wurden bereits mehrere Verfahren gegen Großemittenten – Carbon Majors – eingereicht, die auf Klimareparationen gerichtet sind.

Zuletzt reichte am 23. Oktober 2025 eine Gruppe von 67 Filipinos in Großbritannien Klage gegen Shell ein. Sie fordern Entschädigungen für die während des Taifuns Odette 2021 verlorenen Häuser, Lebensgrundlagen und Menschenleben. Es handelt sich um eine beispiellose Klage in Großbritannien und weltweit: Zum ersten Mal wird darin ein direkter Zusammenhang zwischen umweltverschmutzenden Unternehmen und bereits eingetretenen Todesfällen und Personenschäden im Globalen Süden hergestellt.

Das ECCHR unterstützt bereits Bewohner:innen der indonesischen Insel Pari, die Klage gegen HOLCIM in der Schweiz eingereicht haben. Hier hat das Gericht in Zug im Dezember 2025 die Zulässigkeit der Klage erklärt, weshalb der Fall nun in die inhaltliche Beurteilung geht.

In Belgien hat ein Landwirt Klage gegen TotalEnergies wegen klimabedingter Schäden eingereicht. Er fordert das Gericht auf TotalEnergies dazu zu verpflichten, den entstandenen Schaden zu beheben und einen finanziellen Beitrag zum ökologischen Wandel zu leisten. Darüber hinaus fordert er die Richter:innen auf, das Unternehmen dazu zu verpflichten, aus den fossilen Brennstoffen auszusteigen, um künftige Schäden zu verhindern.

In Deutschland bestätigte das Urteil vom 28. Mai 2025 im Fall Saúl Luciano Lliuya gegen RWE den Rechtsgrundsatz, dass große Emittenten für klimabedingte Schäden im Ausland haftbar gemacht werden können.

Die Schadensersatzforderung gegenüber Großemittenten kann eine politische Lösung der Frage von Verlusten und Schäden infolge der Klimakrise nicht ersetzen. Die Politik hat die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Unternehmen gesetzlich auf die Abgabe von Mitteln für durch sie hervorgerufene Klimaschäden verpflichten. Ein globaler Rechtsrahmen für Klimagerechtigkeit ist deswegen unerlässlich. 

In diesem Sinne ist die Einrichtung eines globalen Fonds für Klimaschäden zwar ein historischer Schritt, doch voraussichtlich werden nur Staaten in den Fonds einzahlen und das auf freiwilliger Basis. Gleichzeitig ist noch unklar, wie die Mittel tatsächlich an die Betroffenen ausgezahlt werden. Die am stärksten betroffenen Staaten und Gemeinden haben bislang keinen Cent für ihre Verluste gesehen. 

Neben der globalen Ebene müssen auch die Nationalstaaten die Einhaltung der Klimaziele durchsetzen, Emissionen reduzieren und die Unternehmen in die Pflicht nehmen.

Solidarität ist wichtig. Die pakistanischen Bäuer:innen können sie in ihrer beginnenden Auseinandersetzung mit RWE und Heidelberg Materials gut gebrauchen. 

Ihr Land ist zwar besonders schlimm von den Folgen der Klimakrise betroffen, gleichzeitig wissen sie darum, dass es auch viele andere Betroffene gibt. Mit ihrer Forderung stehen sie deswegen für mehr als nur für sich selbst. In diesem Sinne freuen sie sich auch andersherum über Solidarität.

Es hilft ihnen, wenn Menschen, Initiativen und Organisationen ihren Fall aufgreifen, über ihn sprechen und ihr Anliegen weiterverbreiten.

Die unterstützenden Organisationen in Deutschland, medico international und ECCHR, stehen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Material zum Fall kann in englischer und deutscher Sprache kostenlos bestellt oder auf Social Media geteilt werden.

Auch mit einer Spende kannst du den Fall unterstützen. Damit stärkst du gleichzeitig die Arbeit von medico international in Pakistan für gemeindeorientierte Klimaanpassungsmaßnahmen, Klimabildung und Wiederaufbaumaßnahmen.